Branko Marinkovic – Kroatischer Magnat und Kriegsherr in Bolivien

9. Juni 2010

Im dem Konflikt zwischen der bolivianischen Regierung, die die Mehrheit der vorwiegend in Armut lebenden Bevölkerung unterstützt, und ihren Gegnern in den wohlhabenden Provinzen des südöstlichen Tieflands kristallisiert sich Branko Marinkovic zum gefährlichsten und einflussreichsten Gegenspieler der Administration heraus.

Der 41-jährige Vorsitzende des Bürgerkomitees von Santa Cruz besitzt die bolivianische und die kroatische Staatsbürgerschaft. Er zählt zu den reichsten Männern des Landes und führt ein Wirtschaftsimperium aus Rinderzucht, Speiseölproduktion, Bankbeteiligungen, Grundbesitz und weiteren Sparten. Dieses Imperium verzweigt sich zu einem geringeren Teil in Kroatien und zum Großteil in Bolivien.

Was seine Herkunft und seinen Reichtum betrifft, kursieren zwei sich widersprechende Versionen. Nach seinen Angaben kämpfte sein Vater im Zweiten Weltkrieg als Partisan gegen die Deutschen. Daraufhin sei die Familie in den 1950er Jahren aus Jugoslawien nach Bolivien ausgewandert, um sich dort mit Tatkraft und Fleiß eine neue Existenz auf zu bauen. Er habe sich nach dem Studium der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften in Texas dem Familienunternehmen gewidmet und seit einiger Zeit politisch betätigt, um sich gegen die Regierung zur Wehr zu setzen und die produktiven und freiheitlichen Interessen der Region zu vertreten.

Mittlerweile hat die Regierung eine ganz andere Vita des Branko Marinkovic unter das bolivianischeVolk gebracht. Gemäß einer Dokumentation, die landesweit im Fernsehen zu sehen war, gehörte sein Vater zu der faschistischen Bewegung, die Kroatien bis zur Niederlage in ihrer Gewalt hatte. Silvio Marinkovic habe Beziehungen zu kroatischen Faschisten gepflegt, welche sich mit ihren nationalsozialistischen Schutzherren in südamerikanische Länder abgesetzt hätten. Der Reichtum der Familie entstammt laut der Regierung nicht zuletzt aus der illegalen Inbesitznahme von Land des Volkes der Guarayo. Wenn Branko Marinkovic heute die Autonomie fordere, schwebe ihm eine Abspaltung der reichen Provinzen nach dem Vorbild von Kroatien bei der Zerteilung von Jugoslawien vor.

In dem bolivianischen Konflikt ist Branko Marinkovic eine der zwielichtigen Figuren, die als Politiker, reiche Geschäftsleute und heimliche Kriegsherrn eine führende Rolle bei der Zerschlagung eines Staats im Dienste globaler strategischer Interessen und auch des eigenen Machtgewinns spielen. Es ist bekannt, dass er mehrfach mit dem mittlerweile des Landes verwiesenen US-Botschafter Goldberg zu Beratungen zusammen traf.

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Nationalparks

8. Februar 2010

Kroatien konnte die Folgen des Balkankrieges schnell überwinden und ist seitdem zu einem reizvollen touristischen Reiseziel entwickelt. Neben Städten wie Dubrovnik und Rovinj besitzt Kroatien eine auffallend große Zahl an Natur- und Nationalparks, die von Urlaubern und Einheimischen gleichermaßen genutzt und geschätzt werden.

Die Plitivicer Seen stehen beispielhaft für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten mit hohem Erholungswert. Der oberste See der reichhaltigen Seenplatte wird von zwei Flüssen gespeist. Das Wasser sucht sich seinen Weg und stürzt teilweise über 150m Höhenunterschiede in teils harmlosen, teils rauschenden Wasserfällen abwärts ins nächste Becken. Die Seen sind von einem dichten Wald umgeben, der sich noch seine Natürlichkeit bewahrt hat. Wölfe, Wildkatzen, Adler, Auerhähne und Dachse leben hier und auch Fischotter genießen an den Seeufern ihren natürlichen Lebensraum. Der Park steht seit 1949 unter Naturschut und ist ganzjährig geöffnet. Karl May Fans werden bei genauen Hinsehen schnell feststellen, dass hier die Indianerfilme "Winnetou" gedreht wurden.